Zeittafel zur Geschichte des Büdingen-Parks und der Bemühungen, ihn zu retten.
| 29.11.2007 | Der Gemeinderat hat 39:2 abgestimmt. Der alte Bebauungsplan wird nicht geändert! Wir freuen uns! |
| Sommer 2007 | Der Verein Bürgerpark Büdingen wird gegründet und ins Vereinsregister eingetragen. Seine Arbeit wird als
gemeinnützig anerkannt. Innerhalb weniger Monate werden 5000 Unterschriften
für einen Bürgerpark ohne Bebauung gesammelt. Bürger können fortan virtuelle Anteilsscheine an einem künftigen Bürgerpark zeichnen und dazu Geld auf ein Sperrkonto einzahlen. |
| 08.05.2007 | Der Untere Konzilsaal ist gut gefüllt mit rund 200 Zuhörern, weil die Stadt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen hat. Die Vorstellungen des OB, nun doch eine reine Wohnbebauung zu erlauben, die gleichzeitig einen zugänglichen Park auf der Hälfte des Grundstücks erlauben soll, sorgt für sehr lebhafte Diskussionen. |
| Sept. 2005 | Der Technische- und Umwelt-Ausschuß will Pläne des scheidenden Baubürgermeisters Fouquet mittragen, nun doch
eine Wohnbebauung – im Verbund mit einem deutlich reduzierten Hotelbau – voranzubringen. Schon zu diesem Zeitpunkt ist zu lesen,
dass die Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte
und Tierärzte Baden-Württembergs eigentlich eine 100%ige Wohnbebauung wünscht. Fouquet setzt durch, dass
die Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und
Tierärzte Baden-Württembergs auf eigene Kosten einen unverbindlichen Architektenwettbewerb mit städtischer
Unterstützung durchführen kann. Die Ergebnisse dieses Wettbewerbs (wieder: Hotel mit Wohnungen, deutlich überschrittene Bauvolumina) haben zwar eine neue Diskussion in Gang gebracht, letztlich aber die städtsichen Entscheidungsträger nicht überzeugen können. |
| Sept. 2003 | Josef Lilbob stellt seine Pläne vor, ein Hotelhochhaus in Segelform mit einer Investitionssumme von 60 Mill. Euro zu errichten und spricht von bereits interessierten Investoren. Seine hochfliegenden Pläne scheitern unter anderem auch deshalb, weil Hochhäuser auf deutscher Seeseite seit Beginn der Siebziger Jahre nicht mehr gefragt sind. |
| Juli 2003 | Die Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und
Tierärzte Baden-Württembergs bekundet in einem Fax an die Stadt, nach wie vor zu einem Verkauf des Geländes bereit zu sein.
Dafür werden 10 Mio. Euro gefordert. Rund 6 Mio. Euro hatte sie 1987 dafür an die Vorbesitzerin gezahlt. Die Stadt lehnt eine Übernahme abermals ab. Auch Pläne des Baubürgermeisters Fouquet, Büdingen als Standort für eine Kongreßhalle vorzusehen, finden im Stadtparlament keine Mehrheit. |
| Nov. 2002 | Hochtief findet auch nach zwei Jahren keinen Hotelbetreiber und nimmt öffentlich Abstand von seinen Plänen. Stattdessen entwickeln Architektur-Studenten aus Aachen in Zusammenarbeit mit der Konstanzer Fachhochschulen Planungsmodelle, die im Rathaus ausgestellt werden. |
| Dez. 2000 | Die Firma Hochtief plant ein 100-Millionen-Mark-Projekt mit Luxushotel und zusätzlich 5 Wohnblöcken. Der gültige Bebauungsplan wird im Bauvolumen nochmals um 60 Prozent überschritten. |
| Februar 1996 | Investoren um die Holzmann AG schwärmen von einem Tagungsghotel mit "Beauty-Farm". Angeblich möchte sich auch die Grundstückseigentümerin über den Grundstücksverkaufspreis am Bauvorhaben finanziell beteiligen. |
| 1994 | Der Gemeinderat lehnt eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines Seniorenstiftes mit dem Hinweis auf den gültigen Bebauungsplan ab, der ein Hotel vorsieht. |
| Oktober 1993 | Eine schwäbische Beteiligungsgesellschaft stellt Pläne für die Errichtung einer Hundertbetten-Klinik mit Rehaanschluß vor. Diese Pläne werden vom Baubürgermeister selbst abgelehnt, weil auch sie dem Bebauungsplan widersprechen und außerdem die eigenen städtischen Krankenhäuser konkurrenzieren würden. Wohlgemerkt stand auf dem Büdingen-Gelände bis zu seinem Abriß 1970/71 selbst ein Sanatorium mit gut frequentierten Belegabteilungen des Städtischen Krankenhauses. |
| Februar 1992 | Steigenberger steigt aus, die Ärzteversorgung will wieder verkaufen. Gleichzeitig wird weiter nach einem potenten Hotelinvestor gesucht. Übrigens bis heute (2007). |
| 1991 | Steigenberger gibt seit 1988 vor, sich ernsthaft für den Standort Büdingen zu interessieren und plant ein Viersterne-Hotel. Es finden Probebohrungen im weichen Grund des Geländes statt, die dann schließlich am |
| 10.01.1992 | den Südkurier berichten lassen, dass die bodenbedingten erhöhten Baukosten das Hotelprojekt gefährden. Ein Aufruf des Grundstücksbesitzers, mit einer Menschenkette um das Gelände die Solidarität der Bürger mit dem geplanten Großprojekt zu bekunden, verhallt weitgehend ungehört, obwohl einige Mitglieder der Stadtverwaltung zum vereinbarten Zeitpunkt gesichtet worden sein sollen. |
| 8. Mai 1990 | Der VGH Bad-Württemb. lehnt die Anträge im Normenkontrollverfahren ab. Damit bleibt der Bebauungsplan von 1987 in Kraft. |
| 12.10.1988 | Die Büdingen-Initiative leitet ein Normenkontrollverfahren ein, um den neuen Bebauungsplan für nichtig erklären
zu lassen. In der Klageschrift wird herausgestellt, dass die Planung gegen das bauplanungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme verstößt. Schon damals wird kritisiert, dass die Stadt öffentliche Interessen denen eines privaten Investors nachordnet, auch um diesen wie im Falle der GAGFAH einen gewinnbringenden Wiederverkauf des Parks (An die Ärzteversorgung) zu ermöglichen. In einem außergerichtlichen Vergleich zahlt die Stadt 3,75 Millionen Mark an die GAGFAH, weil sie sich nicht an die alte Zusage eines inzwischen verstorbenen Baubürgermeisters gehalten hat, dass Gelände dürfe in großem Stil mit Wohnungen bebaut werden, gehalten hat. Diese die Stadtkasse schmerzliche Sonderausgabe hat zur Folge, dass die Stadt jahrzehntelang ablehnt, auf dem Büdingen eine Wohnbebauung zuzulassen, um weiter Ansprüche auch früherer abgewiesener Interessenten abzuwehren |
| Mai 1988 | Die Steigenberger Gruppe gibt Interesse an einem, neben dem Inselhotel, zweiten Hotelstandort Büdingen vor. |
| 30.9.1987 | Nach Prüfung durch das RP Freiburg wird der neue Bebauungsplan rechtskräftig. Dieser neue Bebauungsplan sieht nun
sogar 290 Betten, ein 160 Betten-Appartementhaus und eine Baumasse von nun schon 53.000 Kubikmetern vor. Die GAGFAH verklagt die Stadt Konstanz auf Schadenersatz wegen der Nichterfüllung einer Bauzusage. Im gleichen Zug verkauft sie das Gelände für 12 Millionen Mark an die Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte Baden-Württembergs mit Sitz in Tübingen am Neckar. |
| 19.3.1987 | Bebauungsplanänderung: 200 Bettenhotel mit 80 Appartements |
| 6.5.1985 | Gründung der Büdingen-Initiative mit anschl. Eintragung ins Vereinsregister |
| Dez. 1984 | Die GAGFAH bietet der Stadt das Gelände zum Kauf an. Der Technische Ausschuß lehnt ab. |
| 1984 | Die Stadtverwaltung lässt Pläne fallen, auf Büdingen ein Hotel mit Konzerthalle zu bauen |
| Januar 1983 | Der Gemeinderat beschließt Bebauungsplan: "Basishotel" mit Tagungszentrum |
| 1987 Sept. | Der Bebauungsplan "Seehausen" (d. i. das Büdingen-Gelände) wird rechtskräftig. Um der GAGFAH, die nach wie vor eine zivilrechtliche Schadenersatzklage gegen die Stadt Konstanz laufen hat, entgegenzukommen, ist die Masse des zulässigen Bauvolumens von ca. 38000 m3 auf rd. 53000 m3 erhöht worden. Die GAGFAH verspricht, wenn ihre Forderungen erfüllt würden und sie das Gelände bis zum Herbst 1987 verkaufen könne, die Schadenersatzklage gegen die Stadt fallen zu lassen. |
| 1983 Dez. | Bürgeranhörung zum Bebauungsplan: Die rd. 100 erschienenen Bürger sprechen sich gegen eine Hotel-/ Konzertsaalbebauung aus. |
| 1983 Jan. | Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, das Hotel auf dem "Büdingen"-Gelände zusammen mit einer Kongress- und Konzerthalle zu bauen. |
| 1983 Jan. | Der Gemeinderat verabschiedet den Bebauungsplan "Seehausen" mit "Basishotel" und Tagungszentrum. |
| 1982 Sept. | Die Verwaltung legt einen ersten Bebauungsplanentwurf vor. Er sieht ein Hotel mit rd. 45700 m 3 Baumasse vor. |
| 1982 Juni | Der Gemeinderat verabschiedet einen Flächennutzungsplan, der das "Büdingen" als "Sonderfläche mit Hotel" ausweist. Vorher hatte die "Büdingen-Initiative" binnen einer Woche rd. 1300 Unterschriften gegen eine Hotelbebauung gesammelt. |
| 1981 April | Die Allianz erhebt beim Verwaltungsgericht Freiburg Klage gegen die Stadt Konstanz auf Erteilung des beantragten Bauvorbescheids. In der Folgezeit kommt es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung bis hin zum Bundesverwaltungsgericht, in der letztlich Allianz und GAGFAH unterliegen. |
| 1981 März | Das Regierungspräsidium Freiburg weist den Widerspruch der Allianz gegen die Ablehnung des Bauvorbescheides zurück. |
| 1980 Nov. | Die Stadt Konstanz lehnt die Erteilung eines Bauvorbescheids ab. |
| 1980 Juni | Die Allianz-Lebensversicherung A.G., die das Grundstück inzwischen für acht Millionen DM mit einer Rücktrittsklausel erworben hatte, beantragt einen Bauvorbescheid für die Bebauung des Grundstücks mit einem Hotel und fünf Wohngebäuden. |
| 1979 Mai | Der Oberbürgermeisterwahlkampf wird auch mit Parolen zur Freihaltung des Büdingen-Parks geführt. Der spätere OB Dr. Eickmeyer äussert: "Die Rettung des Geländes Büdingen vor einer massiven Bebauung ist aller Anstrengungen wert." |
| 1979 Frühjahr | Das Regierungspräsidium Freiburg lehnt die Genehmigung des Bebauungsplans unter Hinweis auf den fehlenden Flächennutzungsplan ab. In einem Schreiben des Regierungspräsidiums an Oberbürgermeister Dr. Helme heisst es: "Bei dieser Situation ist das Regierungspräsidium im Zweifel, ob dem im Entwurf vorgelegten Bebauungsplan zugestimmt werden kann. Es geht eben letztlich um die Freihaltung der Grünzonen am See oder in dessen Nähe. Dieser Gesichtspunkt muss heute höher bewertet werden als noch so nahe liegende kommerzielle Probleme der Grundstückspolitik." (8.5.1979) |
| 1979 Februar | Eine Gruppe Konstanzer Schulkinder protestiert in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats gegen die Bebauungspläne und verliest einen Appell an die Gemeinderäte, den Park für die Natur zu retten. |
| 1978 Dez. | Der Gemeinderat der Stadt Konstanz verabschiedet einen Bebauungsplan für das Büdingen-Gelände - jetzt Seehausen genannt. |
| 1978 Dez. | Die langjährige Stadträtin Hilde Sturm (CDU) erklärt im Gemeinderat: "Würden wir diesen Willen [nach Erholung], gegen die geplante Massivbebauung missachten, dann würden uns spätere Generationen den begründeten Vorwurf machen, entgegen der natürlichen Entwicklung unserer Stadt [...] gehandelt zu haben." Auch ihr Fraktionskollege Gerhard Marzinig will das Areal Zwecken der Erholung und Freizeit vorbehalten wissen. |
| 1978 | Die frisch gegründete Ortsgruppe Konstanz des BUND engagiert sich sofort für die Freihaltung des Büdingen-Geländes von jedweder Bebauung. |
| 1977 Okt. | Eine Bürgeranhörung ist gekennzeichnet von der Empörung über die geplanten 275 Wohnungen und 355 Parkplätze. |
| 1971 ff. | In den folgenden Jahren plant der Grundstückseigentumer eine massive Wohnbebauung, die Stadt Konstanz versucht, einen Bebauungsplan zu verabschieden. |
| 1971 | Das Sanatorium Büdingen wird geschlossen und das Gebäude abgerissen. Es bleibt der in Jahrzehnten herangewachsene wunderbare Baumbestand. Das Gelände wird von den Büdingen-Erben für 12 Millionen DM an die GAGFAH verkauft. |
| 1970 | Erste Pläne zur Bebauung des "Büdingen" werden vorgelegt, u.a. sind 480 Wohneinheiten in elfstöckiger Bauweise für 1000 Menschen vorgesehen, dazu 400 Tiefgaragenplätze. |
| 1901 | Umwandlung des Hotels in eine Privatklinik, später das Sanatorium Büdingen. |
| 1872 | Auf dem Gelände des heutigen "Büdingen" wird das Hotel "Konstanzer Hof" errichtet, das jedoch keinen wirtschaftlichen Erfolg hat. Daher: |
| ---> | Quelle: Erika Fahr, 1992 / Redaktion: Patrick Pfeiffer, 2007 / Bearbeitung: Dr.Thomas Huhn |